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aWe 09. Mrz 2008als es mir einmal sehr schlecht ging, rief mich ein freund (zufällig ein gestalttherapeut) an. auf seine frage: “na, wie geht’s?” antwortete ich nicht wie üblich, sondern: “nicht so gut.”
unerwarteterweise fragte er mich: “was kannst du tun, damit es dir so richtig schlecht geht?” etwas verwundert, aber innerlich ein wenig grinsend, fragte ich zurück: “wie meinst du das?” er antwortete: “ich möchte dir anbieten, dir zu helfen, daß es dir noch etwas schlechter geht.” in dem folgenden gespräch machte er mir tatsächlich eine reihe von vorschlägen.
leseprobe aus :
blankertz, stefan :
‘besser klarkommen: glücklich werden, ohne sich was vorzumachen’
stefan blankertz. – essen: klartext-verlag, 2000
isbn 3-88474-801-7
ich erinnere mich nicht mehr an seine vorschläge, auch nicht an das, was ich dann tat. ich erinnere mich nur daran, daß ich etwas tat, das mir richtig gut getan hat. später fragte ich meinen freund, wie dieses paradoxe ergebnis wohl zustande kam. er erklärte: “wenn es einem schlecht geht, meint man, nichts verändern zu können. alle gut gemeinten vorschläge, etwas zur besserung seiner lage zu tun, werden innerlich mit scheinbar unwiderleglichen gründen zurückgewiesen. wenn du dann jedoch merkst, daß du deine lage durch dein handeln verschlechtern kannst, merkst du, daß du sehr wohl an deiner lage etwas verändern kannst – und dann fragst du dich natürlich, warum du nicht etwas zur verbesserung tust. das, was jemand braucht, dem es schlecht geht, sind nicht >lösungen<, was er tun sollte, sondern hilfe dabei, zu erkennen, daß er etwas tun kann. denn was einem gut tut, weiß man schließlich am besten selbst.”
diese kleine episode hat mir gezeigt, warum mitgefühl und gut gemeinte lösungsvorschläge meist so wirkungslos sind: jemandem, dem es schlecht geht, fehlt es in der regel nicht an guten ideen, sondern an dem gefühl, etwas bewirken zu können.





